Verwaltung als Dienstleister

Die FDP steht für eine Verwaltung, die sich als Dienstleister für die Bürger versteht. Dafür wird es notwendig sein, zusätzliche Dienstleistungen im Internet zur Verfügung zu stellen und die Plattform neu zu gestalten. Dies ist ein für den Bürger bequemer Service und ist für die Verwaltung kostengünstig. Im globalen Wettbewerb und im vereinten Europa muss das Ziel jeder Gebietskörperschaft sein, kundenbezogen zu arbeiten und ein umfangreiches, aktuelles und übersichtliches Informationsangebot (z.B. Gewerbegrundstückskataster) vorzuhalten und leicht zugänglich zu machen. Zu einem modernen Dienstleister muss aber auch ein effektives Beschwerdemanagement gehören. Deswegen setzten wir uns dafür ein,
dass der Kreis Groß-Gerau den Bürgern eine Plattform bietet, um ihre Beschwerden und Anregungen einzubringen. Ebenso wollen wir Englisch als zweite Verkehrssprache in der Verwaltung einführen.

Das Bürgerbüro in der Hosentasche

Das Onlinezugangsgesetz (OZG) verlangt die Bereitstellung aller Verwaltungsdienstleistungen im Internet. Theoretisch sollte dies Ende 2022 abgeschlossen sein.

Oftmals sind die Angebote jedoch auch heute noch nicht verfügbar, unübersichtlich oder so kompliziert, dass eine Nutzung nicht problemlos erfolgen kann. Wir fordern daher eine
einheitliche Oberfläche in der alle Leistungen der Verwaltung übersichtlich dargestellt werden und so weit wie möglich ohne einen persönlichen Kontakt mit der Verwaltung in Anspruch genommen werden können. Digitale online Angebote sparen Wege und Wartezeiten. Die stockende Umsetzung des OZG (auch wegen mangelhafter Umsetzung zentraler Projekte auf Bundes- und Länderebene) ist unbefriedigend.

Es reicht jedoch nicht, wenn der digital eingegangene Antrag in der Verwaltung ausgedruckt, manuell bearbeitet und dann per Post verschickt wird. Wir fordern eine konsequente Umsetzung von digitalen Verwaltungsprozessen ohne Medienbrüche. Alle bisher manuellen Schritte ohne Entscheidungsspielräume sollten konsequent automatisiert werden. Dies spart Ressourcen der Mitarbeitenden und schafft Raum für bessere Beratung und neue Aufgaben.

Öffnungszeiten nach Bedarf ausrichten

Die Verwaltung ist für den Bürger da – der Bürger ist nicht der Bittsteller. Aus diesem Grund müssen sich Öffnungszeiten an der Arbeitswirklichkeit orientieren und Öffnungszeiten so anbieten, dass Arbeitnehmer sie außerhalb ihrer eigenen Arbeitszeit in Anspruch nehmen können. Wir fordern daher mindestens einmal pro Woche eine sehr frühe Öffnung der Verwaltung und einmal eine sehr späte Schließzeit. Dies gilt auch für die Ausländerbehörde, ist sie doch auch für ausländische Arbeitnehmer zuständig.

KI-gestützte digitale Begleiter für eine bürgernahe Verwaltung

Die Freien Demokraten setzen sich dafür ein, dass alle Bürgerinnen und Bürger sowie Neubürger im Kreis Groß-Gerau einen möglichst einfachen und barrierefreien Zugang zu Verwaltungsleistungen erhalten. Deshalb soll die Verwaltung digitale und interaktive Bots einsetzen, die vollautomatisch und mehrsprachig durch Verwaltungsprozesse führen. Dies kann per Chat, Sprache oder Video funktionieren. Nutzerinnen und Nutzer können somit bequem rund um die Uhr auf der Webseite der Verwaltung Fragen stellen und Antworten erhalten. So werden Anträge verständlich erklärt, häufige Anliegen direkt geklärt und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Behördengänge gegeben, mehrsprachig und barrierefrei. Mit diesen interaktiven Assistenten schaffen wir mehr Transparenz, entlasten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ermöglichen eine moderne Verwaltung, die schnell, verständlich und ohne Sprachbarrieren funktioniert. Auch verwaltungsintern sollten KI-Agenten zur effizienteren Arbeit (z.B.IT-Helpdesk für Verwaltung und Schulen) eingesetzt werden.