Bezahlbar wohnen

Unser Einsatz gilt bezahlbarem Wohnraum, damit Wohnen im Kreis Groß-Gerau für alle Generationen und Lebenssituationen erhalten bleibt. Aber Wohnraum im Ballungsraum ist knapp und daher teuer – für viele zu teuer. Dagegen hilft nur mehr Wohnraum – also Bauen!
Allem voran muss privaten Bauherren das Bauen erleichtert werden, Bürokratie muss abgebaut werden, verbindliche Standards müssen dringend überarbeitet werden. Den Gemeinden sollten Anreize für Nachverdichtungen und für eine bessere Ausnutzung der Grundflächen (z.B. Wohnungen über Gewerbeflächen wie Supermärkten) geboten werden.
Auch hierdurch kann zusätzlicher Wohnraum zeitnah entstehen.

Die Kommunen brauchen Anreize zur Schaffung von Baugrund

Für Kommunen besteht praktisch kein Anreiz neue Baugebiete auszuweisen, auch wenn dies die Regionalplanung ermöglichen würde. Schwierige Eigentumsverhältnisse erschweren politisch gewollte Vorhaben zusätzlich. Von Seiten des Landes müssen also Finanzierungsinstrumente für die Erschließung geschaffen werden und von Bundesseite Regelungen für die Bauleitplanung verringert werden.

Digitalisierung ist wichtiger Baustein

Wir setzen uns dafür ein, dass die digitale Bauakte so schnell wie möglich Realität wird. Baugenehmigungen müssen vereinfacht und beschleunigt werden. Schon im Vorfeld sollte die Bauberatung auf einen schnellen Genehmigungsprozess ausgerichtet sein.

Steigende Baupreise, hohe Grundstückskosten und ausufernde Regulierungen auf dem Mietwohnungsmarkt haben zu einem hohen Defizit an bezahlbarem Wohnraum geführt. Vom Bund müssen Baustandards überarbeitet werden und Bauleitplanungen modulares Bauen berücksichtigen.

Errichtung einer Wohnungsbaugesellschaft prüfen

Für Liberale gilt immer: Privat vor Staat. Offenkundig ist jedoch der Wohnungsmarkt in seiner aktuellen Ausprägung seit Jahren aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage, den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum auch nur annährend in einem Landkreis mit starkem Zuzug bereitzustellen.
Für die meisten kreisangehörigen Kommunen ist der Betrieb einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft wirtschaftlich nicht darstellbar und übersteigt schnell das angemessene Verhältnis zur Leistungsfähigkeit der Gemeinde.
Da es in der Region zahlreiche Beispiele für erfolgreiche und nicht defizitäre kommunale Wohnbaugesellschaften gibt, sollte der Kreis prüfen, ob er selbst oder in Zusammenarbeit mit den Kommunen eine Wohnbaugesellschaft gründen und mit Kapital ausstatten kann. Auch ein Einstieg in die Gewobau (Rüsselsheim) sowie eine Ausweitung ihres Geschäftsgebiets könnte denkbar sein.

Da der Kreis auch erhebliche Mittel im Bereich der Übernahme von Wohnraumkosten trägt, könnten mit einem solchen Modell eventuell Kosten an dieser Stelle auch eingespart werden.
Klar muss immer sein, dass die öffentliche Hand den privaten Wohnungsbau nicht ersetzen kann. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass eine öffentliche Wohnbaugesellschaft im Bereich des geförderten Wohnungsbaus eine Lücke schließen könnte. In Zusammenarbeit mit den Kommunen könnten bisher schwer vermarktbare Grundstücke und Flächen für den
Wohnungsbau erschlossen werden. Auch könnte serielles Bauen die Baukosten senken.