Gesundheit zählt – Mut zur Neuaufstellung statt weiterem Millionenrisiko
Die FDP im Kreis Groß-Gerau fordert im Rahmen der Kommunalwahl eine grundlegende Neuaufstellung der medizinischen Versorgung im Kreisgebiet. Unter dem Motto „Gesundheit zählt“ sprechen sich die Freien Demokraten für ein Ende des stationären Klinikbetriebs in Groß-Gerau und den konsequenten Umbau zu einem ambulanten Gesundheitszentrum aus.
Insolvenz, Defizite und fehlende Perspektive
Nach Auffassung der FDP ist das bisherige Modell gescheitert. Die Kreisklinik befindet sich nach der Insolvenz weiterhin in einer wirtschaftlich äußerst angespannten Lage. Geplante Fallzahlen und Erlöse wurden deutlich verfehlt. Die Klinik ist überschuldet und erwirtschaftet jährlich Defizite in Millionenhöhe.
Seit zwei Jahrzehnten wird geprüft, berichtet und abgewartet. Viele Millionen Euro sind in ein strukturell benachteiligtes Krankenhaus geflossen – ohne nachhaltige Verbesserung.
Politik aus der operativen Verantwortung nehmen
Kritisch sieht die FDP die bisherige politische Steuerung der Klinik. Fachliche Expertise müsse künftig Vorrang vor parteipolitischen Erwägungen haben. Gefordert wird eine klare Zielvereinbarung zwischen Kreis und Klinik sowie transparente Finanzstrukturen.
Stationäre Betten aufgeben – ambulante Versorgung stärken
Kernpunkte des FDP-Konzepts:
- Ausbau des MVZ zu einem Haus- und Facharztzentrum
- Prüfung eines ambulanten OP-Zentrums am derzeitigen Klinikstandort
- 24/7-Öffnung des MVZ (hausärtzliche Versorgung)
- Ausbau der Kurzzeitpflege (Nachnutzung Bettenhaus der Klinik)
- Stärkung der Notaufnahme in Rüsselsheim
Klare Entscheidung statt weiteres Zögern
Die Liberalen fordern eine Richtungsentscheidung. Der dauerhafte Erhalt eines stationären Klinikbetriebs ohne Partner sei weder medizinisch noch finanziell realistisch. Ziel ist eine moderne, ambulant ausgerichtete, ortsnahe und langfristig tragfähige Versorgung. Für den Standort Groß-Gerau könnte dies ein Ärtehaus nach Raunheimer Vorbild sein.
